Im Analogbetrieb gibt es keinen Speicher: der Trigger startet die Ablenkung, der Strahl schreibt von links nach rechts, und was der Leuchtstoff vergessen hat, ist fort. Damit entfällt alles, was einen Datensatz braucht — Stop, Single, Vorgeschichte, Messfunktionen. Es bleibt der Edge-Trigger, und abgelesen wird am Raster.
Single wartet auf ein einziges Triggerereignis, erfasst es und geht dann auf Stop. Ein Klick auf Stop nimmt die Erfassung wieder auf.
Der Schirm zeigt 10 Teilungen waagerecht und 8 senkrecht. Die Zeitbasis legt fest, wie viel Zeit eine waagerechte Teilung bedeutet, der Ablenkkoeffizient jedes Kanals, wie viel Spannung eine senkrechte Teilung bedeutet. Abgelesen wird also stets in Teilungen mal Koeffizient.
Links am Rand steht je Kanal eine Marke für 0 V, rechts die Marke für den Triggerpegel, oben die Marke für den Triggerzeitpunkt. Der Triggerzeitpunkt ist der Nullpunkt der Zeitachse; mit der Horizontalposition wandert er nach links oder rechts, so dass mehr Vor- oder mehr Nachgeschichte zu sehen ist.
Steht links oben RUN — getriggert, hat das Gerät eine passende Flanke gefunden und das Bild steht still. Findet es keine, zeigt es im Modus Auto trotzdem ein Bild: die Zeitablenkung läuft dann frei, ist nicht mehr an das Signal gebunden, und das Bild wandert sichtbar über den Schirm; im Modus Normal bleibt der Schirm leer, bis wieder eine passende Flanke kommt. Genau daran erkennt man einen falsch eingestellten Triggerpegel. Die Marken für Nullpunkt und Triggerpegel bleiben dabei sichtbar, sonst fände man den Pegel nicht wieder.
Der Trigger entscheidet, welche Stelle des Signals in der Mitte der Zeitachse landet. Die Bezeichnungen sind die der Geräte, deshalb englisch:
Edge — die gewählte Flanke schneidet den Level. Der Grundfall.
Width — ein Puls der gewählten Polarität, dessen Breite die Bedingung erfüllt. Getriggert wird auf die Flanke, die den Puls beendet. Damit fängt man den einen zu kurzen Takt unter tausend richtigen.
Timeout — das Signal bleibt länger als die eingestellte Zeit auf einer Seite des Levels, ohne ihn zu schneiden. Getriggert wird, wenn die Zeit abläuft, nicht erst bei der nächsten Flanke. Das ist der Trigger für ausgefallene Takte und hängende Busleitungen.
Window — zwei Schwellen: Level und Upper Level. Zur Wahl stehen Eintritt, Austritt und Verweildauer innerhalb oder außerhalb des Fensters. Damit prüft man Pegelgrenzen.
Runt — ein Puls, der die untere Schwelle schneidet, die obere aber nicht erreicht und wieder zurückfällt. Der klassische Fund in Logik mit zu schwachem Treiber.
Slope — die Zeit, die das Signal von der unteren zur oberen Schwelle braucht. Länger oder kürzer als der eingestellte Wert; damit findet man zu flanke Flanken.
Delay — getriggert wird nur auf eine Flanke, der mindestens die Delay-Zeit ohne weitere Flanke vorausgeht. So fängt man die erste Flanke eines Bursts. Bei einem gleichmäßigen Signal findet sich keine solche Flanke: dann bleibt der Schirm im Modus Normal leer.
Setup & Hold — Source ist der Clock, der andere Kanal die Data-Leitung mit eigener Schwelle (Data Level). Getriggert wird auf die Verletzung: Data wechselt innerhalb des Fensters von Setup Time vor bis Hold Time nach der Clock-Flanke. Mit der Phase am Funktionsgenerator lässt sich die Verletzung herstellen und wieder beheben.
Größen CH1,
CH2, t (Zeit ab dem Triggerpunkt) und
pi. Rechenarten + - * / ^ und Klammern.
Funktionen abs sqrt sin cos tan exp ln log10 min max
sign, dazu d(…) für die Ableitung
nach der Zeit und int(…) für das Integral
ab dem linken Schirmrand. Beispiele: CH1-CH2,
CH1*CH2, d(CH1), int(CH1),
sqrt(CH1^2+CH2^2).
Die Einheit steht nur zur Beschriftung;
gerechnet wird mit den Zahlenwerten. Ein Produkt zweier
Spannungen ist eben keine Spannung mehr — liegt an
Kanal 2 ein Strom als Spannung über einem Shunt, ist
CH1*CH2 die Momentanleistung.
Hold-Off hält das Gerät nach einem Durchlauf für die eingestellte Zeit taub. Am analogen Gerät ist das der Knopf, mit dem man ein unruhiges Bild zur Ruhe bringt: bei einem Burst oder einem Signal mit mehreren ähnlichen Flanken je Periode rastet die Ablenkung sonst mal hier, mal dort ein.
Beides gilt für jede Triggerart. Die Pegel Hysterese verlangt, dass das Signal den Pegel um dieses Band verlässt, bevor ein Durchgang als Flanke zählt — gegen Rauschen auf einer flachen Flanke. Hold-Off hält das Gerät nach einem Trigger für die eingestellte Zeit taub — damit es bei einem Burst auf dessen Anfang einrastet statt auf jeden Takt darin.
Die Intensität ist ein Knopf des Geräts: sie bestimmt, wie viel Licht der Strahl auf seinem Weg hinterlässt. Eine steile Flanke überstreicht ihre Strecke schneller als ein Dach und bleibt deshalb blasser; ein Bild, das nur selten geschrieben wird, bleibt insgesamt dunkel — deshalb ist ein langsames Signal bei schneller Zeitbasis kaum zu sehen. Das Nachleuchten hat am Gerät keinen Knopf: es ist eine Eigenschaft des Leuchtstoffs und hier nur einstellbar, damit sich der Zusammenhang zeigen lässt. Es reicht von 2 ms bis 2 s. Ein Bild, das ständig neu geschrieben wird, wird davon nicht heller — es ist ohnehin gesättigt. Zu sehen ist das Nachleuchten dort, wo zwischen zwei Durchläufen Zeit vergeht: als Schweif hinter dem Strahl bei langsamer Zeitbasis, als Verblassen, wenn der Trigger ausbleibt, und als Helligkeit bei einem Signal, das sich nur selten wiederholt. Kurz eingestellt bleibt vom Durchlauf nur ein kurzer Schweif übrig, wie bei einem schnellen Leuchtstoff.
Ein Strahl, zwei Kanäle: ALT schreibt sie abwechselnd, einen je Durchlauf. CHOP springt während des Durchlaufs zwischen ihnen hin und her, hier mit 500 kHz. Bei schneller Zeitbasis wird der Chopper sichtbar und zerlegt beide Spuren in Striche — dann nimmt man ALT. Bei langsamer Zeitbasis ist es umgekehrt: ALT zeigt die Kanäle nacheinander, und während der eine geschrieben wird, verblasst der andere — dann nimmt man CHOP. ADD legt beide Ablenkungen zusammen und schreibt eine Spur; mit umgekehrtem Kanal 2 ist das die Differenz. Addiert werden Ablenkungen und nicht Spannungen — ablesbar ist das Ergebnis daher nur bei gleichem Ablenkkoeffizienten beider Kanäle.
Der Trigger bleibt davon unberührt: er sieht weiterhin den unter Source gewählten Kanal allein, nicht die Summe. Das Pegelzeichen am linken Rand gilt darum für diesen Kanal und liegt im ADD-Betrieb in aller Regel nicht auf der sichtbaren Spur. Am Gerät ist es genauso: der Abgriff sitzt vor der Addition.
Verstärkt Kurven, Raster und Marken auf dem Schirm für Videoaufnahmen über HDMI. Die Kurvenfarben lassen sich über das Farbfeld neben dem Kanalnamen frei wählen. Beides merkt sich der Browser; Zurücksetzen stellt auch die Grundfarben wieder her.
Die Aufgaben bauen aufeinander auf; die vorgeschlagene nächste ist hervorgehoben. Wählen lässt sich aber jede. Jede Aufgabe stellt ihr eigenes Testsignal ein — am Funktionsgenerator bleibt es verborgen, bis die Aufgabe gelöst ist.
Die Vorschau zeigt beide Ausgänge auf einer gemeinsamen Zeitachse, unabhängig von den Einstellungen des Oszilloskops. Die beiden Maßstäbe stehen fest und werden von Hand gewählt — so verändert eine Einstellung immer nur den Ausgang, den man gerade bedient, und nie den anderen. Mit „An Ausgang A anpassen“ springen sie auf drei Perioden (bei PRBS 24 Bit) und eine volle Amplitude von Ausgang A. Die 0-V-Linie liegt fest in der Mitte; ein Ausgang, der ganz ausserhalb liegt, wird in der Legende gekennzeichnet.